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Technologie-Beratung > Ontologien > Bewertungsaspekte

Bewertungsaspekte bei Ontologien

Ontologien stellen keine ganz neue Technik der Datenmodellierung dar, sind aber zurzeit (Stand 2005) nur in wenigen ambitionierten Softwareprodukten vertreten. Dieser Artikel gibt einen Überblick über mögliche Bewertungskriterien, die aus ökonomischer Sicht eine Bewertung von Ontolgoien ermöglichen. Dabei geht er insbesondere auf den Einsatz von XML ein, mit dessen Hilfe ontologische Daten gespeichert, verwaltet und auch verarbeitet werden können.

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Ökonomische Aspekte bei der Bewertung von XML-Standards

Man wird sehen, dass der Einsatz der diversen Spezifikationen mit unterschiedlichem Arbeitseinsatz und verschieden großer Komplexität (Arbeitszeit, Einarbeitungszeit, Verständnis etc.) behaftet ist. Lösungen mit weniger großem Anspruch mögen sich daher mit der Integration von RDF begnügen, während Lösungen, die umfangreiche Ontologien abbilden und in z.B. Konkurrenzbeobachtungssystemen eingesetzt werden sollen, eher mit Topic Maps arbeiten werden oder in naher Zukunft OWL einsetzen werden. Dies erfordert entsprechend unterschiedlich komplexe Software in Form von Datenbankprozeduren oder eigenen Anwendungen, deren Erstellungskosten je nach Schwierigkeitsgrad der verwendeten Technologie unterschiedlich hoch ausfallen.

Man wird sehen, dass es wichtig ist, vor einem solchen Projekt bzw. vor der Entscheidung, welcher der verschiedenen Modellierungsansätze zu wählen ist, zu wissen, welche Suchmöglichkeiten sich mit den unterschiedlichen Ansätzen verbinden. Daher werden diese genauso wie die Syntax der Modellierungstechniken ebenfalls vorgestellt und dann auf mögliche Einsatzfelder hin bewertet.

Die Dokumentmodellierung mit Hilfe von Konzepten, die das W3C anbietet, ist deswegen interessant, weil es eine weitgehend unabhängige Institution ist bzw. seine Arbeitsergebnisse kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Zwar sind Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie staatliche Organisationen im W3C organisiert, aber gegen eine Grundgebühr steht es jeder interessierten natürlichen oder juristischen Person frei, sich als Mitglied einzutragen und im Abstimmungs- und Diskussionsprozess bei der Entwicklung von neuen Technologien und Standards mitzuwirken. Da jedes Mitglied über genau eine Stimme verfügt, ist es auch großen Konzernen wie Microsoft, Oracle, IBM, SUN oder SAP nicht möglich, alleine durch wirtschaftliche Macht bestimmte Standards, die bereits in ihren Produkten verwirklicht werden, oder die nur mit speziellen Hilfsmitteln wie entsprechender Software, genutzt werden können, durchzusetzen. Dass sie versuchen werden, über genau diese Macht dennoch erheblichen Einfluss auszuüben, lässt sich sicherlich weder vermeiden noch ganz ausschließen, doch sind die Arbeitsergebnisse und damit die einzelnen Standards und Technologien öffentlich zugänglich.

Durch die Bereitstellung von kostenlosem und umfangreichem Informationsmaterial, Dokumentationen sowie Einsteigertexten ist es jedem Interessierten möglich, sich mit den Standards und Vorschlägen des W3C zu beschäftigen. Zwar gibt es Firmen wie Altova, die spezielle XML-Produkte anbieten und auf diesem Markt einen hohen Verbreitungsgrad erreichen, doch generell sind die Standards selbst kostenlos zu beziehen und können ohne vorherige Lizenzierung o.Ä. in Anwendungen integriert werden. Dies ist sogar für Unternehmen einfacher und kostengünstiger, als Standards von der ISO oder den Organisationen, die die IAS oder US-GAAP-Standards veröffentlichen, zu beziehen. Damit soll nicht dem simplen Argument, allein Kostengünstigkeit sei bereits ein Grund, Konzepte, Technologien oder Werkzeuge für die Softwareentwicklung oder Datenspeicherung und –verwaltung zu benutzen, Vorschub geleistet werden, aber es ist sicherlich ein im IT-Umfeld interessanter Aspekt. Dies zum einen, weil viele Produkte und Werkzeuge wie Editoren oder Datenbanksysteme so wie auch entsprechende Dienstleistungen nur mit hohen Kosten zu erwerben sind, dies zum anderen aber auch, weil man sich mit Lösungen anderer Unternehmen in Bereiche begibt, in denen komplexe Anwendungen auf der Basis und der Konzeption von ökonomisch motivierten Überlegungen bereit gestellt werden, die Abhängigkeiten vom Zulieferer schaffen. Solche Abhängigkeiten können darin liegen, dass man auf regelmäßige Unterstützung oder Wartung angewiesen ist, andere Unternehmen sich andere Werkzeuge leisten und man in einer Technologieinsel arbeitet, die wiederum kostenträchtige oder individuelle Datentransformationen nötig macht, um Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen oder man eigene Strukturen und Arbeiten zu freigiebig anderen Unternehmen offenbart. Dies kann durch Anpassungen und Konfigurationen erfolgen, bei den Herstellermitarbeiter oder externe Dienstleister und Berater in das eigene Unternehmen kommen und dort für die zugekauften Werkzeuge unternehmensspezifische Anpassungen vornehmen. Zusätzlich – also neben dem Kostenaspekt – sind Vorteile bei solchen öffentlichen Standards also gerade in der Herstellerunabhängigkeit zu sehen. Mit Blick auf XML ist es sogar gerade so, dass die Standards und Dokumentationen im Hinblick auf Schreibweise, Veröffentlichungsart und auch technologischer Konzeption besonders leicht zugänglich gemacht werden, damit sich diese Technologien schnell und großflächig ausbreiten.

Ein letzter, aber nicht minder wichtiger Ansatzpunkt, für eine ökonomische Bewertung der einzelnen Standards und ihrer Einsatzbereiche stellt natürlich der allgemeine Nutzen dar, der durch den Einsatz der in dieser Unterlage beschriebenen Standards generiert wird. Hier lässt sich bereits sagen, dass der direkte Einsatz der beschriebenen Standards ohne spezielle, kaufbare Programme auf jeden Fall dazu führt, Untersuchungssoftware selbst zu entwickeln. Dabei ist natürlich zu fragen, welche Vor- und Nachteile jeweils mit Eigenentwicklung oder Zukauf von Werkzeugen oder Dienstleistungen verbunden sind. Die Standards alleine jedenfalls bieten nur Datenmodellierung und Syntax für die Datenextraktion, aber gerade keine Möglichkeiten, sie anzuzeigen oder die Extraktion gar zu automatisieren.

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